Mein Herz für Zürich: Eine Stadt, die verstanden hat, zu genießen

© Zürich Tourism / Rubiano Soto

Dieses Zürich. Ich muss gestehen, ich habe mit meinen mittlerweile 30 Jahren nie den Wunsch verspürt, mich nach Zürich zu begeben, geschweige denn an irgend einen anderen Ort in der Schweiz. Das liegt vor allem daran, dass meine Eltern mich jahrelang mit den immer gleichen Besuchen im Stubaital in Österreich penetriert haben und ich der Berge irgendwann so überdrüssig war, dass ich mich erstmal vier Jahre lang in Berlin verschanzen musste. Ich bin halt ein Flachland-Kind, geboren in Leipzig, aufgewachsen im muldenförmigsten Tal aller Täler – dem Muldental.

Hinzu kommen die üblichen Vorurteile, die ich seit meiner Kindheit mit mir herumgeschleppt habe. Filme haben mich gelehrt, immer wenn es um ein Wirtschafts-Verbrechen geht, eine Grossbank in Zürich ist ganz sicher involviert.
RTL Exclusiv berichtete über die immer gleichen Snob-Events der Stadt, wo Prominente und Reiche mit dem Helikopter eingeflogen werden und im winterlichen Sonnenschein an einem Gläschen Dom Pérignon nuckeln. RTL Exclusiv, Prominent, taff und wie ihr alle heißt, ihr habt mir ein Bild von einer Stadt vermittelt, die der Realität nicht ferner sein könnte.

Ich habe Zürich als einen Ort erlebt, der natürlich eine hohe Lebensqualität bietet und dafür auch viel einfordert, aber dieser Anspruch an Lebensqualität kommt von den Menschen, die Zürich ihr Zuhause nennen und dafür sorgen möchten, dass es ihnen selbst und ihrem Umfeld so gut wie möglich geht. Das habe ich an jeder Ecke gespürt und ich kann mich davor nur verneigen.

Die Promenade rund um den Zürichsee ist eine einzige Oase, umgeben von vielen kleineren Oasen. Da gibt es Parkflächen mit üppiger Fauna und Skulpturen. Wasserhähne und Brunnen, in der Summe 1.200 sind öffentlich zugänglich und bieten das beste Trinkwasser, das mir je untergekommen ist. Da habe sogar ich Freude am Wandern, so lang von Brunnen zu Brunnen gelaufen wird.

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Eine Sache, die mir auch gleich auffiel, war der Punkt, dass Promenade und Wanderwege um den Zürichsee vor allem zu Ruhe und Idylle einladen wollen. In jeder anderen Stadt würden die Flächen mit Bars und Restaurants zugepflastert werden. Aber nicht so in Zürich. Daumen hoch dafür!

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Wusstet ihr, dass in Zürich über 40.000 Studenten den verschiedensten Künsten und Fachrichtungen nachgehen? Ich natürlich nicht, gut informiert wie ich nun mal bin. Die Studenten, Kunstschaffende und Kunstbegeisterte, Galerien-Betreiber und Designer, sie alle haben ihre Aktie daran, dass Zürich-West von Tag zu Tag schöner wird. Früher lachte hier die kühle Fratze der Industrie. Fabriken spuckten die Arbeiter am Abend aus und pferschten sie in Wohnblöcke zusammen. Heute durchlebt das Quartier den wohl spannendsten Wandel der Stadt. Noch vor einer Minute stand ich vor dem Prime Tower, dem höchsten Gebäude der Stadt und schon in der nächsten genehmige ich mir einen Gin-Tonic in der urbanen Oase Frau Gerolds Garten.

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Direkt daneben befindet sich der Flagship Store von Freitag. Hier werden Taschen und Rucksäcke aus LKW-Planen, Schläuchen und Autogurten gemacht. Allesamt Unikate! Ein Tower aus Containern lädt dazu ein, die Treppen nach oben zu steigen und ein Blick über Zürich-West zu wagen. Solltet ihr mal im Quartier ein Abend verweilen, kann ich euch wärmstens das Restaurant Les Halles ans Herz legen. Hier gibt’s die leckersten Muscheln mit Pommes! Und gar nicht weit entfernt könnt ihr dem Theater frönen. In einer umgebauten Schiffbau-Fabrik werden seit dem Jahr 2000 regelmäßig Vorstellungen angeboten.

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Ein auch sehr beeindruckendes Kontrastprogramm zu Zürich-West bietet die Altstadt, die mit der Straßenbahn gerade mal 15-20 Minuten entfernt liegt. Besonders beeindruckend fand ich die von Marc Chagall gemalten Glasfenster des Gotteshauses Fraumünster. Aber auch das Grossmünster und die Wasserkirche wissen zu beeindrucken, so wie die vielen kleinen abgelegenen Gassen, die mich vergessen lassen, dass ich mich in der größten Stadt der Schweiz befinde.

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Ich würde mich freuen, wenn der ein oder andere für seinen nächsten Städte-Trip Zürich in Betracht zieht. Wer nach Informationen und Angeboten sucht, wird ganz sicher bei Zürich Tourismus fündig. Eine Hotel-Empfehlung kann ich euch gern noch auf den Weg geben. Das 25hours Hotel in Zürich-West macht leckere Burger…

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…und ist einfach mega schick eingerichtet.

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Zuallerletzt würde ich gern noch auf die Film-Reviews von Matthias Hopf hinweisen. Während wir in Zürich waren, fand nämlich das Zurich Film Festival statt. Gesehen haben wir Black Mass, High Rise und Green Room.

Vielen Dank an das Zurich Film Festival, das 25hours Hotel und Zürich Tourismus für die Einladung nach Zürich.

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