Genau hingeschaut: So waren Foxygen auf dem Flow Festival 2015

genau-hingeschaut-so-waren-foxygen-auf-dem-flow-festival-2015Photo: Samuli Pentti

Wie der eine oder andere vielleicht mitbekommen hat, war ich kürzlich auf dem Flow Festival in Helsinki. Das war nicht mein erster Besuch, schon 2013 hatte ich die Möglichkeit, hinzufahren. Würde sich natürlich super eignen, jetzt einen Vergleich zu ziehen, aber so viel gäbe es da gar nicht zu sagen. Na gut, vielleicht nur ein paar Dinge, aber dann zum Wesentlichen – zu Foxygen!

Diese eine kleine Bühne neben der großen Hauptbühne hat dieses Jahr gefehlt. Während auf der Hauptbühne umgebaut wurde, haben dort finnische Newcomer ihren Pausen-Gig gespielt. Ist natürlich super für die Newcomer, die direkt die Zuschauerströme abgreifen konnten, aber für den Veranstalter ist es keine optimale Lösung gewesen. Der muss zusehen, dass immer Bewegung auf dem gesamten Gelände ist. Dass die Besucher, auf ihrem Weg zur nächsten Bühne, an möglichst vielen Fress- und Drink-Büdchen vorbei kommen. Daher verstehe ich die Entscheidung nur zu gut.

Flow legt großen Wert auf die Auswahl der Fressbüdchen. Das haben sie auch schon 2013, aber da hat es mich nicht so sehr umgehauen. Dieses Jahr muss ich allerdings sagen, war es das Festival-Highlight schlechthin! Die riesige Auswahl, die aufgeschlossenen und super-lieben Leute in den Büdchen. Ich hätte am liebsten alle Stände durchprobiert, aber dann hätte ich meine Kreditkarte wohl leergefuttert.

Photo: C. Faruolo

Was es 2013 auch noch nicht gab, jedenfalls kann ich mich nicht daran erinnern, ist Original von Hartwall. Ein Gin-Longdrink in verschiedenen Geschmacksrichtungen aus der Dose. Das ist so lecker, dass ich mir am Flughafen erstmal ‘nen Sixxer mit ins Flugzeug genommen habe. Falls jemand eine Ahnung hat, wo ich Original in Deutschland erwerben kann, schreibt’s mir in die Kommentare. So, jetzt aber zu Foxygen.

Das Szenario das jetzt folgt, kennen wir alle. Du hörst dir eine Band digital an. Hörst in das Debutalbum rein oder vielleicht bist du etwas später dran, hörst kurz in die zwei bis drei veröffentlichen LP’s rein. Sofort schiebst du die Band in eine Schublade. Und aus der kommt sie in der Regel nie wieder raus. Dann siehst du die Band zufällig auf einem Festival, so wie ich Foxygen auf dem Flow Festival. Und dann passiert es, die Band ist live 1000-Mal geiler, als du sie von Platte kennst.

Ich hatte von Foxygen nur noch sehr wage dieses “San Francisco“-Dudellied im Kopf. Das 2014 erschienene Album …And Star Power ging komplett an mir vorbei. Kurz vorher meinte auch noch eine Dame, aus’m Radio-Business – FM4 oder sowas – dass Foxygen doch diese Kiffemusik sei. Als solches hatte ich Foxygen irgendwie nie kennengelernt. Und in diesem Moment wurde es mir klar, ich habe gar keine Ahnung, wer Foxygen eigentlich ist. Die FM4-Dame hatte ihre psychedlische Schublade aufgemacht und Foxygen ganz nach hinten gedonnert. Ich hab sie irgendwo bei Gedudel reingepackt – und das war’s dann auch schon. Jetzt freute ich mich auf ihren Live-Auftritt um so mehr, denn es würde ein bisschen wie “Ein erstes Mal” mit Foxygen sein.

Die ersten drei Songs gespielt – ich nur am grinsen! Das passiert mir nur noch selten. Sam France, der Sänger der Band ist ein echter Maniac auf der Bühne. Das hatte ich bisher nur von Nick Cave so kennen gelernt. Und wenn dir so ein Gedanke schon während der ersten drei Songs durch den Kopf geht, dann kann das kein größeres Kompliment für diesen Live-Auftritt sein. Alle Mann auf der Bühne waren so in Rage und Ekstase, die haben sich fast geprügelt. War natürlich alles nur gespielt, denn der ganze Auftritt war mehr eine ausgeflippte Rock-Opera. Beinahe wie ein Musical, in dem augenscheinlich alles schief geht, was schief gehen kann. Für mich war das ein Fest für Augen und Ohren. Allerdings glaube ich auch, viele Besucher haben die Welt nicht mehr verstanden. Man kann sowas sehr schnell von den Gesichtern ablesen, wenn man mal nach links und rechts schaut. Aber so ist das eben mit der Kunst.

Leider gibt es keine offiziellen Flow Festival-Aufnahmen, aber ich habe hier einen fast 10-Minütigen Mitschnitt mit recht passabler Qualität gefunden. Gebt euch das und feiert es.

Noch viel mehr Eindrücke vom Festival findet ihr in den Festivalberichten meiner geschätzten Mitreisenden: electru, Smaracuja und Dressed Like Machines.

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