Ein analoger Nachtrag: Das Flow Festival in Helsinki

Müsste ich das Flow Festival in nur wenigen Worten beschreiben, würden mir folgende Assoziationen einfallen: Kreativ. Entspannt. Finnisch. Nordische Schönheiten. Dosenbier. 12 Euro für nen Imbiss? Kiitos.

Kreativ. Bereits beim ersten Blick auf den Merchandise Stand wird dir klar, hier steckt Liebe drin. Wenn die Helsinkier etwas anpacken, dann richtig. Aus diesem Grund wirst du auch nicht mit penetranten Mustern, häßlichen Schriftzügen oder dem Festival Line Up auf dem Rücken deines T-Shirts malträtiert, sondern mit einer Design Kollektion vom Feinsten. Das finnische Label R&H, schneiderte Shirts, Kleider, Caps und coole Bags für das diesjährige Festival Highlight! Auch die offiziellen Jutebeutel sind hier keineswegs langweilig, sondern aus feinem Gardinenstoff mit einem hervorstechendem Druck in Blau und cooler Innentasche. Aber nicht nur das Merch ist exquisit, auch das Gelände in Suvilahti ist ziemlich abgefahren. Auf dem Gelände der ehemaligen Helsingforser Energiewerke befindet sich neben einem Skatepark, verschiedenen Bühnenzelten, Hallen und der Main Stage auch eine beleuchtete Balloon 360° Stage. Von einer Bekannten habe ich erfahren, dass sie Jahre zuvor sogar eine Sauna Disko hatten, wo Menschen nackt tanzen durften. Schade, dass ich das für euch nicht bildlich festhalten konnte.

Entspannt. Neben ihrem Sinn für Kreativität lassen es die Finnen aber auch gerne gemütlich angehen. So gibt es an jeder erdenklichen Ecke Sitzmöglichkeiten, die auch wirklich Zentimeter um Zentimeter genutzt werden. Man sitzt auf der Straße, auf der Bank, auf der Wiese, auf der Mauer, auf Treppen oder hängt in Schaukeln. Selbst vor der “The Other Sound” Stage, welche einem dunklen Raum in einer Halle entspricht, sitzt oder liegt man.

Finnisch. Wie wir feststellten, waren Janos und ich auf dem Festival einige der wenigen Deutschen, ausgenommen der vereinzelten Pressevertreter, mit denen wir vor Ort waren. Der Rest bestand wirklich nur aus Finnen oder anderen nordischen Bewohnern. Auch die finnische Musik bestimmte das Festivalgeschehen größtenteils, mit bis zu 30 Bands, von denen ich nur eine kannte.

Nordische Schönheiten. Dazu muss man nicht viel schreiben, ihr wisst was ich meine. Wir haben einvernehmlich festgestellt, was für schöne Menschen es doch im Norden gibt. Ein Augenschmaus für Männer wie Frauen.

Dosenbier. Die Finnen lieben ihr Dosenbier. Darum wird auch alles in der Dose verkauft und es gibt 1 Euro Pfand drauf. Sogar eigene Pfandzelte wurden auf dem Gelände eingerichtet, wo man brav sein Geld zurückbekommt. Bei solch einer Entlohnung wird man auch gerne zum Dosensammler, denn man braucht keine Marken vorzeigen. Wenn man Glück hat, kriegt man dann vielleicht sein Geld für das Essen zusammen, denn die Preise haben es in sich.

12 Euro für nen Imbiss? Bis ich an diesem Punkt angekommen war, hat mich eigentlich nichts in Helsinki umgehauen, noch nicht mal die Supermarktpreise. Aber wer auf dem Flow Festival was für den kleinen Hunger sucht, wird hier nicht fündig. Außer das Geld sitzt locker oder der Hunger ist groß. Bei stattlichen 12 Euro für eine Mahlzeit, langt es dann doch nur für einmal Essen am Tag. Das allerdings ist wirklich köstlich und es gibt die tollsten Stände. Von den typischen Burgern bis Indisch, Japanisch, asiatischer Fusion Küche, Vegan, Vegetarisch oder auch Muffins und anderen süßen Delikatessen ist wirklich alles vertreten. Es gab sogar einen Ben & Jerry’s Stand!

Kiitos. Das war das einzige Wort, das in meinem Wortschatz hängen geblieben ist. Danke! Bei einer Wortlänge ab 10 Zeichen konnte ich mir leider nicht viel mehr merken, daher blieb es bei diesem Wort. Was man übrigens genauso spricht, wie man es liest – mit langem ii. In diesem Sinne bedanken wir uns auch nochmal bei Verstärker (Vivien & Raphael) und den lieben Menschen vom Flow Festival sowie Music Finland, die sich so toll um uns gekümmert haben.

Alle Bilder, die ihr hier seht, wurden analog aufgenommen. Deswegen kommt der Nachbericht auch erst eine Woche später, Filmentwicklungen brauchen eben seine Zeit.

3 Comments
  1. Wenn man ein bisschen billiger Essen will und etwas mehr Zeit zwischen den Auftritten hat (das heißt so mindestens ne Stunde), dann kann man immer noch in der Vilhonvuorenkatu ganz akzeptable Pizza und schlechtes Bier bekommen :)

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