Matchbox war gestern: From One Second To The Next

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Ich bin seit fünf Jahren kein aktiver Autofahrer mehr, das ist genau die Zeitspanne, seit der ich in Berlin lebe und mit dem Fahrrad oder den öffentlichen Verkehrsmitteln meine Wege erledige. Ich vermisse es nicht, ich brauchte mein Auto um von A nach B zu kommen. Ohne bist du einfach aufgeschmissen auf’m Dorf. Die Unachtsamkeit und Leichtfertigkeit, die hinterm Steuer sitzt, der begegne ich trotzdem noch jeden Tag. Täglich sehe ich Fremde im Auto an mir vorbeifahren, das Handy am Ohr oder den Blick hastig aufs Display gerichtet. Ich weiß es von Freunden, die regelrechte Romane in ihr WhatsApp tippen, weil sie sich auf der Fahrt gelangweilt fühlen. Es reicht eine Sekunde der Unachtsamkeit und ein Leben ist vorüber. Bei diesem Thema Verantwortung zu stärken, scheint ein Akt der Unmöglichkeit, da wir immer mobiler werden und der Griff zum Handy bei jeder neuen Facebook-Notification einfach zu verlockend ist. An über 40.000 Schulen in den USofA startete jetzt mit ‘It can wait‘ eine Kampagne, die aufzeigen will, wie gefährlich und traurig Leichtfertigkeit hinterm Steuer enden kann. Initiiert vom nordamerikanischen Mobilfunkanbieter AT&T, ist auch Werner Herzogs Dokumentarfilm ‘From One Second To The Next’ Teil dieser landesweiten Kampagne.  Vor die Kamera treten Opfer, Hinterbliebene und Täter. Aufwühlende 34 Minuten, die jeder zu selbstsichere Autofahrer aufbringen sollte, denn Matchbox war gestern.

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